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Leaky gut , durchlässiger Darm

September 30, 2014

Was ist das Leaky Gut Syndrom?

“Leaky Gut” ist ein Begriff aus dem Englischen und bedeutet übersetzt so viel wie „durchlässiger Darm“. Nährstoffe, Toxine, Stoffwechselprodukte und Bakterien gelangen über die geschädigte Darmschleimhaut direkt in den Organismus und können hier Beschwerden verschiedenster Art hervorrufen.

Der Dünndarm spielt eine wichtige Rolle in der Verdauung; hier werden die lebensnotwendigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralien aufgespalten und resorbiert. So gelangen sie ins Blut und können verwertet werden. Auch ein Großteil der Verdauungssäfte wie Speichel und Galle oder Sekrete aus Magen und Darm nimmt der Dünndarm wieder auf und regeneriert sie, so dass sie wieder zur Verfügung stehen – ein Kreislauf entsteht.

Die nächste Station, der Dickdarm, entzieht diesem Brei Wasser und dickt ihn somit ein. Elektrolyte wie Natrium, Kalium oder Magnesium gelangen über das resorbierte Wasser in die Blutbahn und sorgen für eine optimale Funktion von Herz, Muskeln sowie anderen Organen und Abläufen im menschlichen Körper.

Im Gegensatz zum Dünndarm gibt es im Dickdarm eine Vielzahl von Bakterien. In normaler Anzahl schaden diese aber nicht, sondern bilden die physiologische Darmflora. Zu den bekannten Bakterien zählen Escherichia coli und Enterokokken. Bestandteile der Nahrung, die im Dünndarm nicht verdaut wurden, werden von den Dickdarm-Bakterien abgebaut.

Da viele Erreger von Krankheiten über die Nahrung beziehungsweise den Mund in den Körper gelangen, hat die Evolution an dieser Stelle vorgesorgt, indem im Darm ein Teil des Immunsystems liegt: Die Peyer-Plaques. Dieses lymphatische Gewebe bildet zahlreiche Antikörper, die eingedrungene Bakterien und Viren bekämpft. Es findet sich zum Großteil im Dünndarm, aber auch am Wurmfortsatz, umgangssprachlich auch Blinddarm genannt.

Leaky Gut Syndrom durch chronische Entzündungen

Durch wiederholte Antibiotika-Gaben, falsche Ernährung oder auch Infektionskrankheiten kann die Besiedelung der Darmschleimhaut mit Bakterien in ein Ungleichgewicht geraten. Die physiologisch vorkommenden Darmbakterien leben in einem ausgewogenen Gleichgewicht; gerät dies durcheinander, können notwendige Aufgaben nicht richtig erledigt werden. Außerdem verbreiten sich Eindringlinge ungehindert, nehmen gegebenenfalls überhand und führen zu Entzündungen.

Verlaufen solche Entzündungen chronisch, nimmt die Darmschleimhaut Schaden und wird durchlässig. Auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn, nicht diagnostizierte Nahrungsunverträglichkeiten wie Zöliakie oder Laktoseintoleranz reizen die Schleimhaut und schädigen sie unter Umständen – die Darmschleimhaut wird, vereinfacht gesagt, löchrig.

Unverdaute Nahrungsbestandteile, Toxine und Stoffwechselprodukte gelangen durch die geschädigte Darmschleimhaut in den Blutkreislauf und rufen hier Entzündungen hervor, die mit unterschiedlichsten Krankheitsbildern einhergehen können.

Symptome des Leaky Gut Syndroms

Aufgrund der Problematik im Darm findet man häufig Durchfall, Blähungen und Obstipation. Begleitet wird dies oft von Verwertungsstörungen, die sich durch Gewichtsverlust, Ödeme, Blutungsneigung, Anämie, Krämpfe, Schwäche oder Ausbleiben der Regelblutung äußern können.

Neben diesen Symptomen ruft das Leaky-Gut-Syndrom noch weitere Symptome durch die im Organismus auftretenden Entzündungen hervor, die sich vielfältig äußern können und oft nicht mit dem Darm in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören unter anderem Rheuma, Akne, Neurodermitis, Migräne, niedriger Blutdruck, verstopfte Nase, Arthritis, Osteoporose und Asthma.

Die Therapie des durchlässigen Darms

Die Therapie des Leaky-Gut-Syndroms ist langwierig, dauert bis zu zwei Jahren und verlangt viel Mitarbeit und Motivation vom Patienten.

An erster Stelle steht sicherlich die Darmsanierung. Mittels Heilfasten oder der Colon-Hydrotherapie wird der Darm gereinigt. Im Anschluss daran findet der Aufbau des gestörten Milieus statt. Dies kann aber nur geschehen, wenn der Patient nun auf die Lebensmittel verzichtet, die seine Symptomatik hervorrufen. In vielen Fällen sind dies Weißmehl, Zucker, Fleisch und künstliche Zusatzstoffe der Nahrung. Eine möglichst ballaststoffreiche und natürliche Ernährung hilft dem Darm, sich selbst zu regenerieren.

Kartoffel- oder Sauerkrautsaft mit einer hohen Anzahl rechtsdrehender Milchsäuren sowie probiotische Produkte wie Joghurt unterstützen den Heilungsprozess. Bevorzugen Sie bei der Wahl des Joghurts Naturjoghurt ohne Zusätze – auch hier sind probiotische Kulturen enthalten. Jeder weitere Zusatz wie Farbstoffe oder künstliche Aromen stellt eine erneute Belastung für Ihren Darm dar.

Die zusätzliche Gabe von Vitaminen und Mineralstoffen sollte sinnvoller Weise erst dann erfolgen, wenn der Darm in der Lage ist, diese aufzunehmen. Da der Nutzen von künstlichen Zusatzstoffen nicht nachgewiesen ist und außerdem notwendige sekundäre Pflanzenstoffe nicht enthalten sind, sollten Vitamine und Mineralstoffe in Form von frischen Obst und Gemüse aufgenommen werden. Gerade am Anfang einer Therapie des Leaky-Gut-Syndrom den Darm aber nicht mit zu viel Rohkost überfordern, da diese für einen ungeübten Darm schwerer verdaubar ist und wiederum zu Symptomen wie Blähungen führen kann.

Ganz ohne richtige Untersuchung geht es aber je nach Ursache des Leaky-Gut-Syndroms nicht. Sind Pilze vermehrt im Darm vorhanden, hilft ein Antimykotikum. Gerade die chronischen Entzündungen des Darm bei Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sollten schulmedizinisch beobachtet werden, da das Risiko von Blutungen und der tumorösen Entartung besteht.

 

Weiterführende Diagnostik:

  • Wir vom EVI Institut empfehlen:
  • Zonulin im Blut zu überprüfen
  • Stuhluntersuchung auf Zusammensetzung und pathologische Keime
  • Gegebenenfalls Rast Test auf Nahrungsunverträglichkeit.
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